Leserbrief: Leihmütter in Not

veröffentlicht von am Sep 21, 2012 in Allgemein, Kinderwunsch | Keine Kommentare
Leserbrief: Leihmütter in Not

Leserbrief an die taz zu einem Artikel vom 02.08.12 über ein schwules argentinisches Paar mit von indischer Leihmutter geborenem Kind.

Es ist gut, dass ein schwules Paar in Argentinien als Eltern eines Kindes anerkannt worden ist. Auch die Sehnsucht nach einem Kind stelle ich nicht in Frage. Meiner Meinung nach ist dies ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis.

Mir fehlt jedoch in dem Artikel der Blick auf die Situation der indischen Leihmutter. Wie war die medizinische Versorgung dieser Frau vor, während und nach der Schwangerschaft? Was wäre mit Ihrer eigenen Familie geschehen, wenn sie bei der Geburt des „Leihkindes“ gestorben wäre? Was passiert, wenn sie aufgrund von Komplikationen keine eigenen Kinder mehr bekommen kann? Wird sie oder ihre Familie entschädigt? Wie ist das in Indien, Rumänien oder anderswo geregelt? Wie ging es überhaupt ihr selbst und ihrer Familie damit, dass sie ein Kind für andere Menschen austrägt und dieses Kind dann verschwindet?

Die eigene Herkunft ist wichtig

In wie großer Not muss diese Frau wohl leben, um ihren Körper zu vermieten? Hat sie nur Ihren Bauch vermietet oder ist sie auch Eizellspenderin und damit mit dem von ihr geborenen Kind auch verwandt? Wie wollen die argentinischen Eltern in diesem Fall mit der Information über die genetische Identität, die für das Kind später sehr wichtig sein kann, umgehen? Ähnlich wie bei Adoptionen ist es bei mit Gametenspende gezeugten Kindern wichtig, dass sie die Möglichkeit haben Informationen über Ihre Herkunft zu erhalten. Dazu müssen Unterlagen mindestens 30 Jahre aufbewahrt und der Zugriff auf diese sensiblen Daten geregelt sein. Ich bezweifle, dass das in diesem Fall möglich oder vorgesehen ist, da solche Regelungen auch in Deutschland erst im Entstehen sind.

Quelle: mdl

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