Kinderwunsch-Tipp 2: Was passt zu uns?

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Kinderwunsch-Tipp 2: Was passt zu uns?

Vor Beginn einer Kinderwunsch-Behandlung und auch währenddessen sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin versuchen herauszufinden, welche Ärzte, welche Behandlungsmethoden und welche Kinderwunschzentren – falls Sie sich für eine reproduktionsmedizinische Behandlung entscheiden – Ihnen gut tun.

Wichtig ist dabei, dass sich besonders Frauen, die den Großteil der Behandlung am eigenen Körper durchleben, dort wohl fühlen und Vertrauen in die behandelnden Ärzte und Ärztinnen haben können. Wenn es für Sie wichtig ist, dass Sie von einer Frau behandelt werden, dann suchen Sie nach einer geeigneten Ärztin. Für die Arbeit mit Kinderwunschpaaren habe ich eine eigene Methode entwickelt, die den Betroffenen bei der Entscheidungsfindung und dem Umgang mit dem Thema Kinderwunsch helfen kann.

Einige wissenswerte Punkte:

  • Einige Praxen trennen schwangere von nicht schwangeren Patientinnen, das kann sehr entlastend sein
  • Manche Praxen bieten inzwischen die „IVF naturelle“, eine Kinderwunsch-Behandlung im natürlichen Zyklus mit weniger oder gar keinen Hormonen und der Eizellentnahme ohne Vollnarkose (so können Patientinnen direkt nach der Punktion wieder zur Arbeit gehen)
  • Überlegen Sie, ob Sie sich in einer kleinen, familiären Praxis oder einem großen und modernen Kinderwunsch-Zentrum besser aufgehoben fühlen
  • Wollen Sie weitere Behandlungsmethoden und Verfahren miteinbeziehen und brauchen eine Praxis, die mit Komplementärmedizinern und Kinderwunsch-Begleiterinnen kooperiert oder eigene Angebote hat? Akupunktur, TCM, Homöopathie, die Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln und Ernährungstherapie kann im Rahmen einer Kinderwunsch-Behandlung sinnvoll sein.
  • Brauchen Sie eine Praxis, die auch die Familienbildung mit Spendersamen anbietet?
  • Wie wird mit dem Thema Behinderung und genetischen Tests umgegangen? Stellen Sie sicher, dass Sie nicht unter Druck gesetzt werden. Im Zweifelsfall lassen Sie sich von einer unabhängigen Beratungsstelle beraten, bevor genetische Untersuchungen an Ihrem ungeborenen Kind vorgenommen werden. Denn einerseits sind die weitergehenden Untersuchungen nicht ohne Risiko. Und mit den Ergebnissen, die schwer interpretierbar sind, müssen Sie und Ihr Partner dann allein umgehen.
  • Wie lang sind die Wartzeiten in der Praxis? Wie flexibel und organisiert ist die Praxis in der Terminvergabe? Können Sie Befunde online abrufen?
  • Wie kommen Sie zu Ihren Ärzten? Wie lange dauern die Wege von zu Hause zur Praxis und von der Arbeit zur Praxis ? Überlegen Sie, wie sie die Termine mit Ihren Arbeitszeiten vereinbaren können.
  • Fühlen Sie sich bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt wohl? Nimmt er oder sie Ihre Fragen, Wünsche und Bedenken ernst? Fühlen Sie sich gut informiert über Risiken und Nebenwirkungen z.B. von Hormonbehandlungen und Eingriffen?
  • Werden alle organischen Erkrankungen beider Partner im Vorfeld einer Kinderwunsch-Behandlung abgeklärt und im Zweifelsfall behandelt? Werden z.B. auch Schilddrüsenwerte erhoben und beachtet?