Kinderwunsch-Tipp 6: Nachdenken über Plan B

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Kinderwunsch-Tipp 6: Nachdenken über Plan B

Egal wie sehr Sie sich eine Familie wünschen, es ist gut auch einen Plan B im Kopf zu haben. Denn bei der Mehrzahl der Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich in eine Behandlung begeben, erfüllt sich der Wunsch nach einem Baby leider nicht. Daher ist es für Betroffene sinnvoll und notwendig, sich zu überlegen, was es sonst noch in Ihrem Leben gibt, dass Ihnen wichtig ist oder einfach Spaß macht. Möglich ist auch, dass Ihnen die Behandlungen zu langwierig und anstrengend werden und Sie nicht in jedem Behandlungszyklus emotional Achterbahn fahren wollen. Dann stellt sich bald die Frage, was es im Leben außer dem Kinderwunsch noch gibt. Auch andere Wege der Familienbildung können erkundet werden: Adoption, die Aufnahme eines Pflegekindes oder die Behandlung mit Spendersamen.

Die Rollenverteilung bei Paaren

In der Regel fällt es Männern leichter den Kinderwunsch auszublenden, da sie nicht monatlich von ihrem Körper daran erinnert werden, dass es mit einer Schwangerschaft nichts geworden ist. Zum Teil liegt das auch an der oft anzutreffenden Rollenverteilung zwischen den Partnern. Hier erlauben sich Frauen mehr ihren Schmerz auszudrücken und Männer übernehmen eher die rationale und lösungsorienrierte Rolle. Für die Stabilität des Paares ist diese Rollenverteilung wichtig. Sie kann aber auch zu Mißverständnissen unter den Partnern führen.

Dem Wunschkind untreu werden

Nach längerer Behandlungsdauer kann sich auch eine Art ‚magisches Denken‘ einstellen. Man hat das Gefühl sich selbst, einer höheren Macht oder der Umgebung beweisen zu müssen, dass man es wirklich ernst meint mit dem Wunsch nach einem Kind. Demzufolge traut man sich kaum mehr die Gedanken an ein Kind und die Behandlungen los zu lassen. Als würde man dem Wunschkind untreu werden, wenn man auch etwas anderes im Leben verfolgt. Das ist aber nicht der Fall. Wenn der Boden bereitet ist und alles was körperlich möglich ist für eine Empfängnis getan wurde, kann man nur noch loslassen und sich dem Leben überlassen. Frauen werden schwanger, wenn es körperlich möglich ist, sonst würde es keine ungewollten Schwangerschaften geben.

Es kann sehr entspannend sein, sich zu erlauben auch wieder anderen Interessen  nachzugehen. Vielleicht gibt es ein neues Projekt im Job dem Sie sich widmen wollen, eine Weiterbildung die sinnvoll wäre. Oder Sie haben Interessen, die viel zu lange brach gelegen haben: Tango tanzen lernen, ins Fitness-Studio gehen, endlich mit dem Singen anfangen. All diese Aktivitäten können Ihnen dabei helfen sich nicht im Kreislauf der Behandlungen zu verlieren. Es gibt ein Leben jenseits des Kinderwunsches, auch wenn es sich manchmal so anfühlt als sei man vom Glück ausgeschlossen .