Eltern werden – und dann ist alles gut ?

Eltern werden – und dann ist alles gut ?

Wenn Paare sich in einer Kinderwunschbehandlung befinden, fühlt es sich oft so an, als ob „alle Probleme“ sich lösen würden, sobald nur endlich die so ersehnte Schwangerschaft eintritt oder z.B. der langwierige Prozess einer inländischen oder ausländischen Adoption abgeschlossen ist. Ja, das Leben mit Kindern kann sehr schön sein, aber gleichzeitig ist es auch sehr herausfordernd.

Wenn es sich um das erste Kind handelt, kann man sich inmitten einer Behandlung nicht wirklich vorstellen, wie der Alltag mit einem völlig abhängigen Säugling aussehen wird. Vielleicht ist das auch gut so. Denn die wirkliche Herausforderung beginnt in der Regel erst mit der Geburt des lang ersehnten Familienzuwachses: Monatelanger, manchmal auch jahrelanger Schlafmangel, keine Zeit für sich, keine Zeit für das Paar. Frau und Mann stehen 24/7 im Dienst eines kleinen, liebesbedürftigen Menschen, den sie sich sehr gewünscht haben.

Da eine Kinderwunschbehandlung laut Studien mindestens denselben Stress auslöst wie eine Krebsbehandlung, ist es eine gute Idee, wenn Paare so früh wie möglich darüber nachdenken, wie sie den ebenfalls anspruchsvollen Alltag mit Kind stemmen können.

Welche Hilfen gibt es vor Ort oder auch nicht – Oma und Opa, Freunde, Nachbarn, Hilfsdienste wie Zu Hause Gesund werden? Wie kann das Paar die immense Menge an Mehrarbeit gleichberechtigt schaffen und aufteilen? Wer nimmt wann Elternzeit? Wer geht wie viele Stunden arbeiten? Welche Regelungen kann man mit den jeweiligen Arbeitgebern treffen?

All das lässt sich mit einem gesunden Kind meist noch einigermaßen regeln. Bei einem behinderten Kind oder Mehrlingen sieht es dann schon anders aus, da z.B. schon allein die Betreuung von Zwillingen theoretisch mehr Arbeitsstunden verlangt als die Woche Stunden hat. Also gilt auch hier, sich soviel Unterstützung wie möglich zu organisieren und sich nicht zu scheuen Familie und Freunde um Hilfe zu bitten.